Rückblick 2004

Streckennetz

Streckengleis km 0,880 – 0,910 Zunehmend verschlechterte sich die Gleislage in diesem Abschnitt. Nachgebender Untergrund und abgängige Schwellen waren die Ursache, dass wir zunächst diesen Abschnitt grundhaft erneuern mussten. Das hieß Ausbau der Bodenmassen bis 20 cm unter Schwellenunterkante, Neueinbau einer Schottertragschicht und neuer Schwellen. Dadurch verzögerte sich der Baustart für das Gleis 1 des Bahnhofs Schwarzer Weg um ein paar Wochen, dass eigentlich dran war.

Gleisbauarbeiten am Kanal

Bahnhof Schwarzer Weg, Gleis 1 km 1,030 – 1,080 Ostern 2003 ging mit der Fertigstellung des Gleis 2 der neue Zugkreuzungsbahnhof „Schwarzer Weg“ in Betrieb. Nun sollte auch das ehemalige Stammgleis (jetzt Bahnhofsgleis 1) der neuen Gleisgeometrie angepasst und zugleich die schadhaften Schwellen erneuert werden. Nachdem wir schon im Januar die Schienen von den Schwellen lösten, begann erst im Juni (s.o.) der eigentliche Gleisbau mit dem kompletten Rückbau des im Bogen liegenden Gleises. Anschließend erfolgte die Herstellung eines Verlegeplanums in leicht geänderten Gradienten. Dies gelang uns diesmal besonders gut, so dass sich die Stopfarbeiten nach dem Bau des neuen Gleisrostes in Grenzen hielten. Eine Woche vor den Wasserfestfahrtagen im August war das Gleis wieder befahrbar. Bereits eine Weile schieben wir den Bau eines Bahnsteigs im Mittelkern der beiden Gleise vor uns her, hoffen aber es bald in den Griff zu bekommen.

Gleisbauarbeiten am Bahnhof Schwarzer Weg Gleisbauarbeiten am Bahnhof Schwarzer Weg Gleisbauarbeiten am Bahnhof Schwarzer Weg

Fahrzeuge

Lok 17 (Schöma CFL 20 I 2870/1965) Hauptarbeitsfeld 2004 war zweifellos diese Lok. Trotz des noch recht jungen Baujahrs machte die Aufarbeitung der Schöma wesentlich mehr Mühe als die manch älterer Kollegin. Besonders die Abstellung der Lok in den letzten Jahren im Bereich der Gipsmühle setzte der Lok sehr zu. Durch die wasseranziehende Wirkung des überall anhaftenden Gipsstaubes war alles dünnblechige stark durchrostet, so dass ein Neubau zahlreicher Gehäuseteile erforderlich wurde. Durch den konischen Sitz der Radscheiben ließ sich die Lok auch nicht so einfach umspuren. Des Weiteren mussten die Achsgetriebe mit neuen Wälzlagern und bei der Vorderachse sogar mit neuen Zahnrädern (die gab es noch bei Schöma !) ausgestattet werden Zum Tag des offenen Denkmals im September konnte unsere erste hydrostatische Lok erstmals komplett renoviert vorgeführt und dem Betriebspark übergeben werden. Einen ausführlichen Bericht über die Aufarbeitung der Lok finden Sie hier als PDF-Datei.

Lok 17 mit ihrem Zug in der abendlichen Septembersonne

Lok 1 (LKM Ns3i 249104/1954) Seit dem Sommer präsentiert sich unsere Stammlok rein äußerlich wieder als echte Kiesbahnlok. Sie erhielt nach 10 Jahren im Einsatz mit Trichterkupplungen wieder ihre Originalkupplungen, die entsprechend der Ausführung an Lok 4 durch uns von Zughaken auf Steckbolzen umgebaut wurden. Damit ist die Lok nun wieder vor Loren und Personenwagen universell einsetzbar. Auch erhielt sie nun exakte Nachbauten der Original-Signallaternen. Bisher hatten lediglich in Anlehnung an diese Laternen verkleidete Scheinwerfer ihren Dienst getan.

Lok 1 mit ihren neuen alten Puffern

Lok 15 (LKM Ns2f 248440/ 1954) Nach nicht ganz zwei Jahren verließ die Ns2f unsere Sammlung im Tausch gegen eine Jung ZL 114, die im nächsten Jahr zu uns stoßen wird.

Zukünftige Wagen 23, 24, 35 (unbekannter Hersteller ca. 1910) Anfang November erhielten wir aus Polen zwei zweiachsige O-Wagen und ein Satz Diamonddrehgestelle mit 750 mm- Spurweite. Trotz des schlechten Allgemeinzustands war das Wagenmaterial für uns interessant wegen der niedrigen Bauart, die es so eigentlich nur im 600 mm Spur-Bereich gibt. Mit 450er Kupplungshöhe sind sie praktisch mit allen Loks und dem geschlossenen Personenwagen kuppelbar. Durch ihre leichte Bauart sind sie auch für die kleinen PS-schwachen Maschinen geeignet Die Aufarbeitung beginnt aber nicht vor 2006 und wird wohl eher ein Neubau unter Verwendung einiger Altteile werden. Während aus den Drehgestellen ein geschlossener und dem einem O-Wagen ein offener Personenwagen entstehen soll wird der zweite O-Wagen wieder original als Rübenwagen aufgebaut.

Die neuen Wagenrahmen

Vereins LKW S4000-1 (Fahrzeugwerk Ernst Grube Werdau/ 1968) Nachdem sich herausstellte, dass das Führerhaus unser Vereins- LKW H3A sich nur mit einem immensen (und damit recht teuren) Aufwand eines versierten Stellmachers wieder herrichten lässt, haben wir uns gleich für eine kostengünstigere Variante entschieden, den Kauf eines besser erhaltenen Schnauzenlasters, einen IFA S4000 – Kipper. Nicht nur der LKW war günstig, auch die Unmengen mitgelieferter Ersatzteile lassen ein Betreiben für die nächsten Jahrzehnte wahrscheinlich werden. Der H3A wurde als Ersatzteilspender verkauft. Die Arbeiten waren am S4000 im Mai soweit gediehen, dass die Neuzulassung als historisches Fahrzeug ohne größere Probleme von statten ging. Beim Oldtimerfahrtag des Frankfurter Feldbahnmuseums im September und zum 14. Feldbahntreffen in Glossen vertrat er unseren Verein.

Der S4000 vor seiner Garage

Gebäude/ Infrastruktur

Neue Container Da wohl noch eine geraume Zeit bis zum Baustart für unsere neue Fahrzeughalle vergeht, haben wir für unsere Neuzugänge zwei Materialcontainer beschafft und zu provisorischen Lokschuppen umfunktioniert. Auch einen Sanitärcontainer haben wir uns zugelegt um das leidige Thema Chemoklo zu beenden. Zwar ist die ganze Containeraufstellerei nicht unser angestrebtes Ziel zur Gestaltung des Museumsbahnhofs, aber z.Z. die einzige Möglichkeit.

Lok 16 vor ihrem neune Zuhause

Am großen Lokschuppen erhielt nun auch die letzte Wandfläche ihre grundhafte Instandsetzung. Es wurde ein weiteres Fenster aus Glasbausteinen eingesetzt und der Schornsteinkopf abgerissen und mit neuen Klinkern wieder aufgebaut. Einige unansehnlichen Stellen wurden neu verputzt und zum Schluss alles mit einem Neuanstrich versehen. Das Nebengelass mit Dieseltankstelle bekam in dem Zusammenhang ebenfalls einen Neuanstrich, so dass sich das gesamte Gebäudeensemble jetzt in einen optisch sehr ansprechenden Zustand befindet.

Sonstiges

Olympia 2012 Bis Mitte Mai beschäftigte uns das Thema Leipziger Olympiabewerbung sehr intensiv, war damit doch auch die weitere Existenz unserer Bahn am jetzigen Standort gefährdet. Noch Ende April stellte man stolz die Siegerentwürfe für das olympische Dorf aus. Erfreulicherweise blieb unsere Bahn auf zwei der drei ersten Plätze in den Plänen erhalten. Man kann heute also nicht mit Sicherheit sagen was geworden wäre wenn… Sicherlich hätte es aber auch so Konflikte zwischen einer eher rustikal wirkenden und vor allem Lärm erzeugenden Feldbahn mit einem dann edlen Umfeld gegeben, wären wir am Standort verblieben. Uns als Verein hat der ganze Spaß gut drei Jahre Stillstand gebracht, besonders was die Gestaltung des Museumsbahnhofs angeht. Mittlerweile geht man wieder etwas realistischer an einen Bebauungsplan für das Leipziger Hafengelände heran, der auch unserem technischen Denkmal den ihm gebührenden Platz erräumen wird. Zumindest wurde eine Voranfrage zu einem Hallenneubau positiv beantwortet. Soweit waren wir allerdings vor vier Jahren auch schon mal.